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Von den dreißig in San Gavino liegenden Nuraghen ist keiner wegen Nachlässigkeit und Witterungseinflüsse erhalten. Unter den Nuraghenstätten ist die Ortschaft Cor’e Mobas mit ihren ungefähr dreißig Hütten und andere Funde. Andere Spuren jener Epoche sind im Baumaterial der späteren Konstruktionen zu finden: in den Kirchen Santa Croce, Santa Chiara, San Gavino und dem Kloster Santa Lucia. Es gibt natürlich auch Funde aus der Zeit der Karthager und Römer: Ruinas Mannas, die wichtigsten Überreste der Karthagerzeit, und 19 römische Gräber der frühchristlichen Epoche.
Im Jahr 1000 hieß dieser Ort Nurazzeddu oder Nurazzellu. Während des Krieges Arborea gegen Aragonien wurde S. Gavino, und zwar ausgerechnet die Kirche San Gavino Martire, von dem Kommando und den Judikatenrichtern als Garnison ausgewählt. Aufgrund der Stadtlage und des Schlosses Monreale war S. Gavino eine militärische Etappe, die ständig unter Attacke war. Nach dem Niederschlag Arboreas in Sanluri, geriet San Gavino 1409 in den Händen der Familie Centelles, den damaligen Lehnsherren der Mark Quirra, und anschließend der Familie Osorio, die 1839 die Ortschaft freikaufte.
Im 19. Jahrhundert richteten aufeinanderfolgende Überschwemmungen, Hungersnot, Pocken- und Malariaepidemien viele Schaden an. Zu einer wirtschaftlichen und sozialen Wende kam San Gavino erst am Ende des 19. Jahrhunderts mit der Entstehung der Eisenbahn und weiter in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Errichtung der Gießerei. Die nicht mehr landwirtschaftliche San Gavino wurde zu einer Industriestadt.