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Dieser Name heißt einfach „der Wasserfall“ und es ist eigentlich nie nötig gewesen, einen anderen Namen um die Ortschaft zu definieren: Sa Spendula ist der Wasserfall, das einzigartige Denkmal von Villacidro, auf der ganzen Insel bekannt, und beliebtes Ziel derjenigen, die in Urlaub nach Villacidro fahren.
Das Wasser des Wildbaches Coxinas fließt durch eine enge und tiefe Schlucht, auf die Campidano Ebene zu, dann stürzt er auf einmal über drei Stufen, den letzten ungefähr 30 m hoch, ab. Dieser Wasserfall, von Granitsteinen und wilden Bergen umgegeben, wurde im Laufe der Zeit von vielen berühmten Reisenden und Touristen bewundert, u. a. Gabriele D’Annunzio, der 1882 dem Wasserfall ein Sonett widmete, als er Villacidro besichtigte.
Autorenworte
La Spendula
Dense di celidonie e di spineti - Mit Schöllkräuter und Stacheln bedeckt
le rocce mi si drizzano davanti - gegenüber mir stehen die Felsen
come uno strano popolo d’atleti - eine sonderbare Kompanie von Kerlen
pietrificato per virtù d’incanti. - wie von Zauberhand versteinert.
Sotto fremono a ‘l vento ampi i mirteti - Unten zittert die wilde Myrte im Wind
selvaggi e li oleandri fluttuanti - und die Oleander wellen
verde plebe di nani; giù pei greti - ein grünes Volk von Zwergen
van l’acque della Spendula croscianti. - Sa Spendula fließt rauschend herunter
Sopra, il ciel grigio, eguale. A l’umidore - Ober, der graue, eintönige Himmel. Mit der Feuchtigkeit
della pioggia un’acredine d’effluvi - des schweren Regens breiten sich intensive
aspra esalano i timi e le mortelle. - Düfte aus Thymian und Buchsbäume aus
Ne la conca verdissima il pastore, - In der sehr grünen Mulde
come fauno di bronzo, erto su ‘l càlcare - steht der Hirt wie ein Bronzefaun
guarda immobile, avvolto in una pelle. - unbeweglich da, in einem Pelz umwickelt.
(G. D’Annunzio)
"…Wenn ich das Wasser von Sa Spendula berühre, weiß ich sofort, woraus es besteht; wenn ich ein Stein in die Hand nehme, kann ich es seine Moleküle, das Atom auffassen." (Giuseppe Dessì – Un pezzo di luna)
"…sie gingen die Straße entlang, die an den Bergabhängen des Monte Volpe vorbei und dann unter dem Wasserfall läuft – in jener Jahreszeit schäumt „Sa Spendula“ reichlich unter den Schöllkrautgewächsen, den Oleandern und den Brombeersträuchern. Die Luft war voll mit dem Dröhnen des Wassers und mit Tautropfen, welche Blätter, Bäume und die Gesichten der Jäger nass machte. Die Straße wurde schmaler und schlängelte sich unter dem dichten Gewölbe der hundertjährigen Steineichen." (Giuseppe Dessì – Paese d’ombre)