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Die Branntweinherstellung bezog einst zahlreiche Einwohner von Villacidro ein: Sie bereiteten den Schnaps zu und lieferten ihn zur Rest der Insel. Die Brennerei verlor um die Mitte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung, nachdem ein Gesetz des savoyischen Reiches strengere Vorschriften über die Haltung der Destillierkolben verabschiedete. Wegen der hohen Preise für die Anpassung der Ausrüstung mussten die Einwohner auf die Herstellung verzichten, aber auf dieser Weise verschwunden allmählich sowohl der Branntwein und als auch die Brennerei.
Die Likörfabrik Murgia setzte die Brennereitradition fort und ist heute noch Glanzstück der Wirtschaft von Villacidro.
1886 stifte der Chemiker und Apotheker Gennaro Murgia in einem großen Bauwerk in der Nähe des Flusses Fluminera eine Dampfbrennerei an; er ließ außerdem große in die Erde gesetzte Becken für die Lagerung der von ihm rund um Sardinien gekauften Weinposten aufbauen. Dann fing er mit der Spirituosenherstellung an.
Nach wenigen Jahren wurde Villacidro wegen dieser Brennerei und ihre Erzeugungen im ganzen Italien bekannt. Nicht nur der Branntwein, aber all die Liköre wurden traditionsgemäß und mit den Kräuterkenntnissen des Inhabers hergestellt: Villacidro Giallo und Bianco, Amaro sardo, Mandarino, Alkermes, Cedro, Menta, Crema Cacao, Crema Caffè usw.
Das Rezept seines bekanntesten Likörs, Villacidro Giallo, ist ein Geheimnis und wird von Generation zu Generation in der Familie Murgia übertragen, die heute noch an der Führung der Brennerei ist.
Derzeit stellt die Fabrik noch Villacidro Giallo und Bianco, Amaro und Mirto, aber nur in kleinen Mengen her.